Stuttgarter Zeitung vom 9. November 2007
Der Sindelfinger Theaterkeller verwandelt sich heute in eine turbulente Badestube
Die Frauen aus dem kleinen Dörfchen Selitschtje gelten als ausgesprochen hässlich. So können sie unmöglich den König bezirzen, von dem sie die Rückgabe ihrer Männer fordern. Denn diese befinden sich im Auftrag des Herrschers auf dem Balkan, im Kampf gegen die Türken. So ersinnen die hässlichen, aber cleveren Frauen von Selischtje eine List und schicken dem König Matthias Corvinus eine Abordnung dreier schöner Grazien aus einem Badehaus. Dieses histori-
sehe Lustspiel aus der Zeit der Türkenkriege im 15. Jahrhundert hat Ödön von Horvath zum ersten Mal im Jahr 1937 auf die Bühne gebracht. Nun kommt das Stück „Ein Dorf ohne Männer" des österreichisch-ungarischen Schriftstellers in den Sindelfinger Theaterkeller. Dieter E. Hülle hat die Geschichte in eine Rahmenhandlung eingebettet und lässt Nachwuchsschauspieler der Schaubühne Sindelfingen und der Theater-AG der Holzgerlinger Otto-Rommel-Realschule
in die Rollen von schönen und hässlichen Frauen, männlichen Badestubenbesuchern und Adligen schlüpfen. Heute ist um 20 Uhr Premiere. Weitere Vorstellungen des Lustspiels gibt es morgen und am Sonntag sowie vom 15. bis 17. und 22. bis 24. November jeweils um 20 Uhr im Sindelfinger Theaterkeller, Vaihinger Straße 14. Karten sind im Vorverkauf beim i-Punkt Sindelfingen, Marktplatz 1, Telefon 0 70 31/9 43 25 erhältlich, (wi)                                Foto factum/Wolschendorf