Singende Müllmänner und Nackte
Schaubühne Sindelfingen besticht durch Witz und gute Sprache
Hanna Grotz
tmp23-1.jpg
die Aussage des Stückes sehr gut. Die Weisheit, Kleider machen Leute, stimmt zwar, aber der Mensch in der Kleidung bleibt immer derselbe. Die Komik des Stü­ckes wird von der Schauspielern sehr überzeugend ver­mittelt, denn durch die Sprache kom­men die Witze sehr gut beim Publikum an. Trotz der vielen Verwechslungen gelingt es den Dar­stellern, dem Publi­kum die Zusam­menhänge klar zu machen. Dabei hilft auch die deutliche Aussprache aller Schauspieler. Die Farce kam beim Publikum sehr gut an, in dem kleinen Theater war die Stimmung durchweg sehr gut. Die Mischung aus dem Zusammen­spiel der Gruppe, der Atmosphäre und dem Stück macht „Der Nackte und der Mann im Frack" zu einem herausragenden Theatererlebnis.
Das Licht geht an. Auf der Bühne er­scheinen zwei Stra­ßenkehrer. Beide tragen eine Uni­form in orange und fegen die Blätter von der Straße. Dann stimmen bei­de ein Lied an und damit nimmt die rasante Farce ihren Lauf.
Im Theaterkeller Sindelfingen führte die Schaubühne Sindelfingen am Donnerstagabend mit 45 Minuten Verspätung das Stück „Der Nackte und der Mann im Frack" von Dario Fo auf. Ein Stra­ßenkehrer - sehr gut gespielt von Karsten Spitzer, der die Komik des Tex­tes besonders gut ausdrückt - ist ge­nervt von den phi­losophischen Aus­führungen seines Kollegen. Bis in seinem Müllkübel ein nackter Mann mit Hut auftaucht, der sich auf der Flucht vor dem
Kleider machen Leute - der Mensch dahinter bleibt derselbe. Die Schaubühne Sindelfingen mit „Der Nackte und der Mann im Frack".
Ehemann seiner Ge­liebten befindet. Zahlreiche Verwir­rungen später findet sich der Straßen­kehrer im Frack wieder und trifft schließlich auf die Liebe seines Le­bens. Gegen Ende des Stückes stellt sich heraus, dass die Frau die gleiche Angst hat wie er selbst: die Angst ein Nichts zu sein. Neben den sehr guten darstelleri­schen Leistungen
überzeugt die Schaubühne Sindel­fingen auch durch das Bühnenbild. Das Bühnenbild besteht nur aus einem Zeitungs­kiosk mit italie­nischen Zei­tungen. Dadurch und durch die Wäh­rung Lire, von der öfter die Rede ist, wird für den Zu­schauer schnell klar, dass Fos Stück in Italien spielt. Gerade weil das Bühnenbild schlicht ist, unter­streicht das